Städtebaulicher Realisierungswettbewerb


Team: HEIDE , Frankfurt am Main + aba, München
Mitarbeit: Holly Sophie Kühn, Ferdinand Heide, Lorenz Heide, Marian Cichewicz, Stephan Adelbrecht
Areal 121.409 m²
BGF  74.632 m²

Das geplante Quartier südlich des Westerwischstroms entwickelt seine räumliche Qualität aus der integrativen Verzahnung von gebauter Struktur, Landschaftsraum und einem erweiterten, grachtenartigen Entwässerungssystem. Die städtebauliche Figur basiert auf klar definierten Baukörpern, die als kompakte Blockstrukturen organisiert sind und differenzierte Typologien sowie Dichten aufweisen. Zwischen den linearen Wasserläufen entstehen urbane Straßenräume mit hoher Aufenthaltsqualität, die zugleich identitätsstiftend für das Quartier wirken.

Die Wohnbebauung folgt dem Prinzip des gefassten, gemeinschaftlich nutzbaren Gartenhofs. Während zur Quartiersmitte hin klare Raumkanten ausgebildet werden, lösen sich die Strukturen an den Rändern in punktuelle Baukörper auf. Die Orientierung der Wohnungen gewährleistet optimale Belichtung und Durchlüftung. Die moderate bauliche Dichte ermöglicht sowohl eine wirtschaftlich tragfähige Entwicklung als auch großzügige Freiraumangebote.

Das Erschließungskonzept setzt auf konsequente Verkehrsberuhigung. Der ruhende Verkehr wird in peripher angeordneten Parkpaletten gebündelt, wodurch das Quartier weitgehend autofrei bleibt. Die internen Straßenräume sind als gleichberechtigte Mischverkehrsflächen für Fuß- und Radverkehr konzipiert und fungieren als sozial aktivierende Stadträume. Höhenversätze zu den Grachten werden landschaftsarchitektonisch durch Terrassierungen und Treppenanlagen inszeniert.

Die Kindertagesstätte ist als zentraler Baustein am Quartierseingang positioniert und in eine Mischnutzung mit Wohnbebauung integriert. Geschützte Außenräume sowie Mobility Hubs mit integrierter Energieinfrastruktur und Photovoltaik ergänzen die funktionale und ökologische Qualität.

Das ökologische Konzept basiert auf einem integralen Ansatz der Freiraum- und Wasserbewirtschaftung. Offene Flächen, Dachbegrünungen und das Grabensystem ermöglichen eine dezentrale Regenwasserrückhaltung und -versickerung. Die kompakte Bauweise unterstützt energieeffiziente Gebäudestandards bis hin zum Passivhausniveau.

Insgesamt entsteht ein resilienter, klimaangepasster Stadtraum, der durch die Verbindung von Wasser, Grün und urbaner Dichte eine hohe Lebensqualität und nachhaltige Flächennutzung gewährleistet.

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Wettbewerbserfolg Neubau Grundschule Neuburg am Inn